Sonntag, 31. Dezember 2006

Neujahr

skisprung

Den letzen Neujahrsvorsatz des vergangenen Silvester breche ich seit etlichen Jahren am 31.12. selbst um anschließend, wenige Minuten später quasi, eben diesen Vorsatz auch gleich aufs neue zu fassen: Nächstes Jahr bleib ich daheim. Kaum ist Weihnachten überstanden gilt es sich per Knopfdruck aus dem Besinnlichkeitsmodus in eckstatische Euphorie zu katapultieren. Um den Emotionssprung weniger eklatant und für zart Besaitete etwas erträglicher ausfallen zu lassen gibt es etwa die Möglichkeit den heutigen Abende am Wilhelminenberg – gleich neben dem hübschen Schloss – beim „WILHELMINENBERG ON ICE“ zu verbringen. Gespickt mit wenigen Punschständen lässt sich hier mit bestem Wienblick Eis laufen. Genau das richtige also für alle die die Sache ein wenig ruhiger angehen wollen. Einen proper vollen Club mit passender Unterhaltungsmusik zu finden wird anschließend wohl ohnehin ein Leichtes.
Pflichttermin für den 1.Jänner ist für mich wie jedes Jahr das Neujahrsspringen. Nie entfaltet sich die Schönheit und Ästhetik des Schisprungsports in derartiger Pracht wie nach dem Aufwachen nach einer durchzechten Nacht. Wer es an diesem Tag dann noch aus der Horizontale hinaus vielleicht sogar bis zur Türschwelle schafft kann sich am Kabaret Niedermeier gleich noch einen Nachschlag Schispringerlieder von Christoph und Lolo holen.
So der MQ-Man wird in der Küche verlangt wünscht euch aber zuvor noch alles Liebe im neuen Jahr mit viel Freude und Neugier für Kunst und Kultur aller Faconen.

Samstag, 23. Dezember 2006

Nach der Bescherung ist vor der Bescherung

Vielleicht gerade den heimatlichen Gestaden entfleucht und die Teenage-Angst mal ebenso abgeschüttelt erwartet junge Erwachsene all weihnachtlich die Rückkehr an den Ort größter Furcht und seelischer Erniedrigung - Daheim. Die Bescherungs-Angst quasi als verlängerter Arm der Kindheit hält einen in seinen Fängen mindestens solange bis man eine eigene Familie gegründet hat oder sich die einstigen Erziehungsberechtigen ins Jenseits verabschiedet haben. Besonderes Gefahrenpotenzial stammt dabei wohl insbesondere daraus, dass sich aufgrund der längeren Abstinenz ein Schwall an noch fortwährend produziertem Brutpflegesekret in den elterlichen Organen angestaut hat, der sich bei unvorsichtiger Ausdrucksweise, in schwierigen Fällen aber schon aufgrund falscher Mundwinkelpositionierung über einen ergießen kann. Auch ein liebloses Mitsingen der Familienweihnachts-LP oder Schabernack mit der dementen Oma können stimmungsfrohe Gespräche über den eigenen Lebenswandel bescheren. Die resultierende Zahl an frühzeitigen Weihnachtsflüchtlingen ist dementsprechend groß und findet zunehmend Unterschlupf im abendlichen Lokal- und Clubmilieu der Stadt – alles nachzulesen bei der herzallerfleißigsten Claudia Hubmann auf www.hauptstadt.at
Ich persönlich bin ja eigentlich gar kein Freund des beliebten Familien-bashing. Mein Tipp: Wie auch immer eure homebase gepatchworked wurde, um dem Feiertagsstress vorzubeugen gilt es in die Offensive zu gehen und sich innerhalb des Clans eine exklusive Aufgabe zu sichern. Das macht einen unantastbar und verringert die Angriffsfläche für potenzielle Miesepetrigkeiten. Als kulturell interessierter Superheld inszeniere ich etwa jedes Jahr ein familiäres Grippenspiel und umgehe damit charmant die mütterlichen Vorwürfe ich wäre ein nachtschwärmerischer Taugenichts. Natürlich könnt ihr auch andere Tätigkeitsfelder suchen. Zum Beispiel als beherzter Fotograf und damit Familienchronist. Das hat den Vorteil die Anwesenden zu vermehrtem Lächeln zu bewegen und gleichzeitig produziert man bereits ein prima Geschenk für Mutters anstehenden Geburtstag. Manchmal reicht es auch der unabdingbar beste Päckchen-Macher im Haus zu sein oder auch nur prima Schleifchen machen zu können. Weihnachten bietet unendlich viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten - nützt sie um unerwünschte soziale Interaktion zu meiden!

Sonntag, 17. Dezember 2006

Advent im Neubau

spittelberg-weihnachtsmarkt

Spittelberg sell out hin oder her - am siebten Gemeindebezirk führt im Wiener Kulturleben nach wie vor kein Weg vorbei. Von seiner inspirierendsten Seite lässt sich Neubau bei der alljährlichen Adventwanderung beäugen. Insgesamt zwölf Stationen bilden die Check-Points auf dem heurigen "Orientierungslauf" für Kulturaffine von der städtischen Hauptbibliothek bis zum MuseumsQuartier. Überall erwartet die fröstelndenTeilnehmer dabei wärmste Unterhaltunghäppchen aus Lesungen, Filmchen und Performances - allerdings hält man uns ganz schön auf Trapp und der hoch ambitionierte Zeitplan (siehe unten) wird uns alles abverlangen. Damit niemand verloren geht wird der Tross diesmal vom Saxophonquartett "Phoen" eskortiert. Kann eigentlich garnichts schief gehen.
Also Notiz ins Mitteilungsheft: Dienstag, 18.12 Treffpunkt 17:00 Städtische Hauptbücherei (Regenschutz nicht vergessen)

Marschroute:
17 00 Hauptbücherei am Gürtel Urban-Loritz-Platz 2a
17 30 Theater SpielRaum, Kaiserstraße 46
18 00 WestLicht, Westbahnstrasse 40
18 30 Literaturhaus, Zieglergasse 26a
19 00 Medienwerkstatt Wien, Neubaugasse 40a
19 30 Sieben*stern, Siebensterngasse 31
20 00 Fleischerei, Kirchengasse 44
20 30 Amerlinghaus, Stiftgasse 8
20 45 mica - music information center austria, Stiftgasse 29
21 15 Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1
21 45 Tanzquartier Wien Studios
22 15 Dschungel Wien, Fürstenhof im MQ

Programmdetails: hier

Dienstag, 12. Dezember 2006

Weihnachtlicher Kunst Rausch

© Akademie der bildenden Künste Wien

Im Verpackungsgewühl unter dem Weihnachtsbaum plötzlich auf ein Kunstobjekt zu stoßen ist eine wahrlich rare Angelegenheit. Freilich lasse ich eine Platte der Lieblingsband oder eine DVD aus einer Tageszeitungs-Abo-Filmedition gut und gerne als hübsche kulturelle Aufwertung des sonst so Techniktrash affinen Gabentisches gelten. Dies soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass da durchaus noch Luft nach oben ist. Eine schöne Gelegenheit etwas Ausgefallenes unter Bekannte und Verwandte zu bringen bietet der Kunstbazar der Akademie der bildenden Künste (vulg. "Die Bildende"). Hier bessern KunststudentInnen ihre eigenen Börslein auf, indem sie die im vergangenen Jahr gestalteten Werke feilbieten. Für Menschen abseits der Seitenblicke-Schickeria die Möglichkeit vielleicht auch mal ein Bild, eine Skulptur oder ein anderes hübsch designtes Teil zu erwerben. Ein Hit für ratlose Schenker, aber auch um dem nächsten Aufriss zumindest mit gutem Geschmack im Gedächtnis zu bleiben.

Samstag, 16.12.2006, 10.00–17.00 h
Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien, Lehárgasse 8, 1060 Wien
Link:www.akbild.ac.at/

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Jesus Freud Superstar !

freud
Ganz ehrlich: Ich hab keine Ahnung was einen da wirklich erwartet, aber der Pressetext klingt durchgeknallt genug um einfach mal hin zu gucken. Außerdem wollte ich schon die längste Zeit auf die Aktivitäten von dietheater in Künstler- und Konzerthaus hinweisen. Und weil dort üblicherweise das "Pay As You Can"-Prinzip zur Anwendung kommt ist auch finanziell nix verhagt meine Lieben. Weil sonst nix herauszufinden war hier also die vielversprechende Pressemitteilung im copy und paste verfahren unter die Leute gebracht:

* * * JESUS FREUD SUPERSTAR ! * * *

Die Krankenkasse des aufstrebenden Sankt Pöltner Medienkünstlers Hans H. weigert sich, die von ihm als Qual empfundene Frustration als ernsthaftes psychisches Problem anzuerkennen und die Kosten einer psychotherapeutischen Behandlung zu tragen. Frau Professor Doktor Martina Goldkatz, eine Reinkarnation von Sigmund Freud, erklärt sich bereit, ihn unentgeltlich im Rahmen der auf Grund von Platzmangel in die Räumlichkeiten des dietheater verlegten Vorlesung „Die performativen Aspekte des sozialen Miteinander“ zu behandeln. Der Besuch der Lehrveranstaltung ist anrechenbar für die Fächer Psychologie, Soziologie, Publizistik, sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft.

Eine Produktion von Andreas Stoiber.

7. Dezember 2006, 20.30 Uhr.

dietheater, Konzerthaus
Lothringerstraße 20,
1030 Wien

...klingt nach einem netten Abschluss des Freud-Jahres.

Link: www.dietheater.at

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Tom Cruise, hau uns da raus

cocktail robot2

Im Kampf Mensch gegen Maschine hat Wladimier Kramnik erst neulich gegen Deep Fritz ganz schön vor den Latz bekommen. Und seit gestern planen die hämischen Roboter bereits ihren nächsten Schachzug zur Erniedrigung unserer Spezies. Nachdem wir also im Spiel der Könige den Kürzeren gezogen haben bildet die "last line of defence" menschlicher Würde und Daseinsberechtigung nun wohl die hohe Kunst des Cocktailmixens. Doch seit uns 1988 Tom Cruise durch seine Fingerfertigkeit beeindruckte ruht sich die Menschheit auf den Lorbeeren vermeintlicher Unantastbarkeit aus. Doch die Maschinen holen auf. Bereits zum achten Mal tagt die Roboexotica mitten Wien. Unverblümt und selbstbewusst stellen die Roboter hier im MuseumsQuartier alljährlich ihre fortschreitenden bar-tending-abilities zur Schau. Neben der Ausstellung selbst läuft parallel ebenfalls ein Symposium rund um die Themen Robotik, Kybernetik und die Interaktion von Technik und Gesellschaft. Vielleicht gelingt es im Zuge dessen eine friedliche Koexistenz aushandeln. Ansonsten kann uns wohl nur Tom Cruise persönlich vor einem Leben in Sklaverei bewahren.


Festival für Cocktailrobotik: 05.12 - 09.12.2006
Ausstellung ab 05.12.2006 im Freiraum
Symposium ab 06.12.2006, 18h im Tanzquartier
Link: www.roboexotica.org/de/programm.htm

Montag, 4. Dezember 2006

Winterlarifari

eistoecke

Die Tatsache dass der Winter derzeit nicht so tut wie er soll sorgt für einiges Kopfzerbrechen unter den heimischen Organisatoren saisonabhängiger Veranstaltungen und Locations. Tatsächlich steht der Beschneiungsgroßmacht Österreich und den verbündeten Warlords von Flachauwinkel bis St.Anton modernstes Material im Kampf gegen die unliebsame Witterung zur Verfügung. „Wir lassen uns von der Natur nicht beeindrucken“, bellte kürzlich ein Ischgler Tourismusfalke in eine ZIB 1-Kamera. Und seit Freitag, dem offiziellen Starttermin der Wintersaison, wird zurück geschossen, mit allem was die Schneekanonen aus Chemikalien und lauwarmem Wasser zu produzieren vermögen. Ein nahezu alchimistischer Vorgang könnte man sagen - aus Gatsch wird Gold. Ökologisch ist das natürlich eine Katastrophe, denn irgendwo sickert das Zeug anschließend ja hin. Vielerorts bereits erkannt hat man trotzdem, dass wenn das mit dem weißen Wunderland nicht so recht klappt, man auf alternative Methoden setzen muss um Leute anzulocken. Was sich im entsprechenden Strategie-Paper dann gerne als Kulturschiene oder Kunstevent umschreibt entpuppt sich anschließend aber auch mal als Auftritt der aus Kategorie Pussy Cat Dolls.
Im urbaneren Umfeld nascht man ebenfalls all-jährlich gerne mit am Winterlarifari. Zu den besseren Optionen im Punschstandl- und Duftkerzenchaos gehört dabei allerdings der Winter im MQ. Hier würde zwar ein bisschen Schnee atmosphärisch gut tun, Direktor Waldner hat sich aber noch nicht zur Anschaffung einer Schneekanone durchgerungen. Braucht’s auch gar nicht denn nebst bewährtem Eispalast, DJ-Line und Eisstockschießen gibt es einen hübschen, neuen Hindernisparcours für ferngesteuerte Autos platziert auf dem MQ-Wasserbecken. Ein grandioses Vergnügen darf ich sagen und sollte es demnächst doch schneien wäre das Konzept vielleicht zu einem Crashcar-Pistenraupen-Derby rund um’s Leopold und das MUMOK extrapolierbar.

Samstag, 2. Dezember 2006

Wiens hübschester Geräteschuppen

werkzeugh1

Sein Lokal der Einfachheit halber nach dem Vormieter zu benennen ist vielleicht nicht mehr wahnsinnig originell (Stichwort: Einbaumöbel), spart aber in jedem Fall die oftmals teuren Beschilderungskosten und versprüht darüber hinaus eine lässige „uns ist alles voll wurscht“-Credibility. Dass das zieht bewies die blendend gut besuchte Eröffnungsfeier des werkzeugH gestern Abend. Das Badeschiff zumindest hatte zeitgleich keine Probleme mit dem Tiefgang, denn zum aufspielenden Medien-Allstars-DJ-Team verirrten sich nur einige wenige Nasenbohrer. Aufmerksame Fans des fünften Wiener Gemeindebezirkes – und davon gibt’s ja zu recht immer mehr- durften die Aktivitäten rund um die Schönbrunnerstraße 61 bereits im Sommer genießen, als der geräumige Platz vor dem Lokal erstmals als neuer Erwachsenenspielplatz zum Einsatz kam. Nach 4 Monaten Arbeit ist das werkzeugH nun auch Schlechtwettertauglich und verspricht neben Kulinarischem auch eine weitere Alternative für Veranstaltungen von Diskurs bis Performance. Dahinter stehen übrigens jene Verdächtigen die bereits den Wallensteinplatz im Sommer 2005 mit einem Culturetainment-Turm temporär aufgepeppt hatten.
Ich hoffe den stolzen Jungunternehmern geht die Rechnung auf, sie hätten sich’s verdient.

Schönbrunnerstrasse 61 (U4 Pilgramgasse)
www.werkzeugH.at

MQMan

Kultur für alle

MQ-Man in Aktion

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