Dienstag, 19. September 2006

Kulturpolitik im Zeitungsformat

kulturrat

Dass Kulturpolitik im Wahlkampf nur von marginaler Bedeutung zu sein hat gilt unter den Fraktionen als nahezu abgemacht Sache. Da traut sich einfach niemand drüber und möglicherweise ist das auch besser so. Woran das liegt? Nun ja, wahrscheinlich daran, dass die selbstberufenen RepräsentantInnen von AlleinerzieherInnen und MindestpensionsbezieherInnen zu dieser Zeit ihre Keulen derart eifrig schwingen, dass sogar dem MQ-Man selbst die Knie schlottern. Ich wüsste ehrlich nicht welche knackige Parole man jemandem hinzaubern könnte der die Fördermittel diverser Kulturinitiative lieber an die zahllosen ihn anrufenden, vom Schicksal hart geprüften Trümmerfrauen verteilen möchte. Bis zum Ende des Gesprächs wäre ich wahrscheinlich derart eingeschüchtert, dass man mich schlussendlich problemlos zur eigenhändigen Einrichtung von 200 Kindergartenplätzen samt angeschlossenem Fecht-Club überredet hätte.
Dass es auch anders geht beweist die am 5.September erschienene Zeitung des österreichischen Kulturrats, denn dabei handelt es sich wohl um den kompaktesten Rundumschlag in Sachen Kulturpolitik mit dem man es sich hierzulande jemals aufs stille Örtchen zurückziehen konnte. Auf 19 Seiten erhält man eine komplette Bestandsaufnahme der kulturpolitischen Agenda der letzten Jahre. Von Urheberrecht bis Prekariat, von Medienpolitik bis GATS, von Leitkultur bis zum Eklat um die VolxTheaterKarawane wird vor Augen geführt wo der Schuh drückt und dass Kulturpolitik weit mehr als eine Zanken um Subventionstöpfe zu seien hat. Nicht zu vergessen gilt es allerdings, dass es sich um die Publikation einer Interessensvertretung handelt und so kommt es nicht unerwartet, dass sich aus all diesen Detailberichten von den verschiedenen Fronten kulturpolitischer Konfrontation ein Forderungskatalog ergibt den der Kulturrat unter die Menschen bringen möchte. All dies steht allerdings nur am Anfang - als einführende Lektüre quasi - eines Aktionsprogramms welches ab Herbst Kulturpolitik ins allgemeine Blickfeld rücken möchte und als solche ist sie von meiner Seite auch wärmstens ans Herz gelegt.

Die Zeitung liegt an verschiedenen Orten des zeitgenössischen Kunst- und Kulturgeschehens in Österreich zur freien Entnahme auf und steht auch als Download im pdf-Format (~4MB) zur Verfügung (z.T. mit Kurz-Versionen der Texte).

Link:www.kulturrat.at

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